Dublin - Hauptstadt von Irland

Christ Church Cathedral

Im ältesten Teil Dublins gründeten einst die Wikinger eine Stadt, von der außer den beiden großen Kirchen kaum noch etwas zu sehen ist. Eine davon, die Christ Church Cathedral stand wahrscheinlich schon vor 600 Jahren auf diesem Platz - allerdings damals wohl eher als kleine Kapelle, lange bevor sich die sagenhaften

Nordmänner auf der Insel niederließen. Der frisch zum Christentum konvertierte Wikingerkönig Sitric ließ 1028 die Kathedrale, damals noch aus Holz, errichten. Als die Normannen im Jahr 1169 Irland eroberten, wurde die Holzkirche niedergerissen und als steinernes Gotteshaus neu errichtet.

Da die Kirche auf sumpfigem Untergrund stand, stürzte Mitte des 16. Jahrhunderts die Südwand ein und riss die Hälfte der Kathedrale mit sich. Die Ruine wurde zwar noch als Gotteshaus genutzt, doch siedelten sich in ihren Mauerresten auch Marktstände und eine Kneipe an. Erst 1870 konnte die Kirche mit der großzügigen Spende eines Brennereibesitzers wieder von Grund auf errichtet und acht Jahre später geweiht werden. Sehenswert sind die Grabmale im Innern der Kirche, von denen der Sarkophag von Strongbow und das barocke Grabmal des Earl of Kildare die historisch interessantesten sind.

Die Krypta hat einige Fragmente aus der wechselvollen Geschichte der Kathedrale zu bieten, unter anderem die Standbilder von Karl II. und Jakob II., die beide aus dem 17. Jahrhundert stammen. Auch eine mumifizierte Katze samt gejagter Maus, die in einer Orgelpfeife eingeklemmt waren, kann in der Krypta bestaunt werden. Vom Haupteingang der Christ Church Cathedral gelangt man über eine Brücke zur Synod Hall, dem ehemaligen Bischofspalast, in dem die Sammlung Dublinia untergebracht ist. Die Ausstellung ist größtenteils der Geschichte Dublins von der Landung der Normannen 1170 bis zur Schließung der Klöster 1540 gewidmet. Mit Videofilmen, interessanten Exponaten wie Kunsthandwerk und einem maßstabsgetreuen Stadtmodell wird den Besuchern die Vergangenheit dieser Stadt auf eindrucksvolle Weise nahe gebracht.