Dublin - Hauptstadt von Irland

Geschichte

Die "Stadt der befestigten Furt" soll angeblich erst mit den missionarischen Bestrebungen des heiligen Patrick um 448 an Bedeutung gewonnen haben. Tatsächlich gehen die Ursprünge Dublins weit in die vorchristliche Zeit zurück. Um 840 eroberten die Dänen die Siedlung und bauten sie zum Stützpunkt für ihre Raubzüge aus. Nachdem immer

wieder versucht wurde, die Eindringlinge zu vertreiben, gelang es 1170 erst den Normannen, die Irland dem englischen Hoheitsgebiet einverleibten und Dublin zum Regierungssitz der damaligen Region "The Pale" erhoben. Die englischen Truppen schützten Dublin vor expansionslüsternen Eindringlingen, im Gegenzug hielten die Dubliner dem englischen König die Treue.

Ihre größte Blütezeit erlebte die irische Hauptstadt im 18. Jahrhundert. Die Stadt wuchs sowohl an Einwohnern als auch durch enorme Bautätigkeiten und Straßenerweiterungen. Diese kurze Periode des Wohlstands war der politischen Vereinigung Irlands mit Großbritannien zuzuschreiben, die jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts wieder von Unterdrückung und Abhängigkeit abgelöst wurde. Die Dubliner leisteten dem britischen Regime erbitterten Widerstand, der mit brutaler Härte niedergeschlagen wurde, so dass im Dubliner Kilmainham-Gefängnis zuweilen drangvolle Enge herrschte. Das herausragende Ereignis dieser Zeit ist der Osteraufstand von 1916, der bis heute ein wichtiges Datum in der Geschichte Irlands darstellt. Eine kleine Gruppe Aufständischer besetzte am Ostermontag wichtige öffentliche Gebäude in Dublin und verlas vor dem Hauptpostamt die Unabhängigkeitsproklamation. Die Briten antworteten mit Gewalt, bei der etwa 500 Menschen ums Leben kamen. Viele Rebellen wurden verurteilt und hingerichtet, doch schuf dieser Aufstand die Grundlage für die irische Unabhängigkeit von 1921.

Im Zweiten Weltkrieg blieb das neutrale Irland bis auf wenige irrtümlich auf Dublin abgeworfene deutsche Bomben unversehrt. Nach der Tausendjahrfeier der Stadt 1988, deren Gründungsdatum man willkürlich festgelegt hatte, begann eine Phase der Renovierung und Stadterneuerung, die bis heute fortdauert. 1991 wurde Dublin zur "Kulturhauptstadt Europas" ernannt, was den Stadtverantwortlichen zusätzlichen Ansporn zu weiteren Verschönerungen und der Erweiterung des kulturellen Angebots gab.