Glendalough
Von Dublin aus ist es nur ein Katzensprung von etwa 25 km nach Glendalough - einer der schönsten Fleckchen irischer Landschaft mit seiner berühmten Klostersiedlung. Mitten in einem tiefen, dicht bewaldeten Tal liegt die mittelalterliche Klosteranlage an zwei großen Seen - Idylle pur, jedenfalls aus heutiger Sicht. "Das Tal der zwei Seen", so lautet der gälische Name von Glendalough, ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für stadtmüde Dubliner, die ihre Ferien und Wochenenden in der romantischen, fast hochgebirgig anmutenden Landschaft verbringen.
Das Kloster wurde 618 vom heiligen Kevin gegründet und mehrfach von Wikingern zerstört und niedergebrannt. Die Normannen bauten die Anlage zwar wieder auf, doch nach dem verheerenden Brand von 1398 dämmerte das Kloster nur noch vor sich hin, bis es zwischen 1875 und 1880 gründlich restauriert wurde. Ein kleines Besucherzentrum informiert über die Anlage, die als maßstabsgetreues Holzmodell genauer in Augenschein genommen werden kann. Das jährliche Fest zu Ehren des hl. Kevin ist seit dem Mittelalter ein Ereignis, bei dem viele gläubige Iren zur Wirkungsstätte des Klostergründers pilgern. Auch Wanderer und Bergsteiger kommen in Glendalough auf ihre Kosten, und für Romantiker empfiehlt sich eine Bootsfahrt zu der kleinen Kirche, die auf einer künstlichen Plattform mitten im See steht.
Auch der Ort mit seinen insgesamt sieben Kirchen für schätzungsweise 3.000 Bewohner ist einen Abstecher wert. "Das Rom des Westens", wie Glendalough einst genannt wurde, bietet an jeder Ecke klösterliche Vergangenheit verbunden mit den dazugehörigen Sagen und Legenden. Wo genau sich das Grab des heiligen Kevin befindet, ist nicht überliefert; jede Kirche beansprucht dieses Vorrecht für sich. Vielleicht ist ein Besuch dieses idyllischen Ortes der passende Anlass, sich ebenfalls auf die Suche zu begeben…