Dublin - Hauptstadt von Irland

Kartoffel

Als der englische Freibeuter Sir Francis Drake im Jahr 1577 aus Peru Kartoffelknollen nach Europa brachte, ahnte niemand, dass die unscheinbare Knolle bald zum Hauptnahrungsmittel Irlands aufsteigen würde. Bereits 1625 ernährte sich die irische Bevölkerung fast ausschließlich von der Kartoffel, da die Frucht auf den irischen Böden besonders gut gedieh und außerdem sehr nahrhaft war. So ist es der Kartoffel zu verdanken, dass die Bevölkerung Irlands rasant anstieg, zumal die ärmeren Iren sich den damals sehr teuren Weizen und Roggen nicht leisten konnten. Was sich anfangs als Segen für Irland darstellte, erwies sich bald schon als fürchterliche Fehlplanung. Da sich fast die gesamte Bevölkerung von dieser Feldfrucht ernährte, wirkte sich ein Ernteausfall nahezu katastrophal aus.

Als es während fünf Jahren in Folge zu Missernten kam und die Zeit zwischen 1800 und 1824 von neun Hungerjahren geprägt wurde, starben in Irland tausende Menschen an Mangelernährung und den damit einhergehenden Seuchen Cholera und Typhus. Dies steigerte sich noch in einem Zeitraum von 1829 bis 1845 als die "Große Hungersnot" begann, während der es innerhalb von 17 Jahren nur fünf normale Ernten gab. Pilzbefall, Trockenfäule und die Kräuselkrankheit waren die Ursachen für diese Katastrophe, der man hilflos gegenüberstand. Die Schwarzfäule machte dann den Kartoffeln zwischen 1845 und 1849 den Garaus; in dieser Zeit starben über eine Million Iren an Hunger und der großen Choleraseuche. Friedrich Engels, der 1856 durch Irland reiste, schrieb an Karl Marx, dass ganze Dörfer ausgestorben seien und das Land einer einzigen großen Wüste gleiche.Die Hungersnot trieb viele Iren dazu, nach Amerika auszuwandern, was zu einem weiteren Absinken der Bevölkerung auf der Grünen Insel führte. Das Famine Memorial in Dublin wurde zu Ehren jener errichtet, die zur Zeit der großen Hungersnot starben oder das Land verlassen mussten. Die sieben lebensgroßen, ausgezehrten Gestalten, die sich in Richtung Hafen zu schleppen scheinen, legen ein eindrucksvolles Zeugnis für die Opfer von Irlands schlimmsten Zeiten ab.