Dublin - Hauptstadt von Irland

Kilmainham Goal

Das ehemalige Zuchthaus gehört zwar nicht zu den Glanzpunkten der irischen Geschichte, doch sehenswert und interessant ist es allemal. Von den Briten Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, war das Kilmainham Jail gleichbedeutend mit Zwang und Willkürherrschaft der verhassten Unterdrücker. Es gehörte nicht viel dazu, um in die berüchtigten Zellen des Gefängnisses gesteckt zu werden; kleinste Vergehen genügten schon, um unter härtesten Bedingungen eingekerkert zu werden. Um die Gefangenen zu Geständnissen zu bewegen, warfen die Briten deren Kinder gleich mit in die Zellen. Besonders in der Zeit der "Großen Hungersnot" von 1845 bis 1851 war das Gefängnis hoffnungslos mit Menschen überfüllt, die Essen gestohlen oder auch nur darum gebettelt hatten. Unzählige irische Patrioten saßen in der Zeit von 1803 bis 1923 in dem fürchterlichen Gefängnis, ihr Vergehen lag darin, dass sie für einen souveränen Staat und der Abschaffung des britischen Jochs eintraten. Viele von den unverbrüchlichen Nationalisten wurden im Hof des Kilmainham Jail auch hingerichtet, was zu dem berüchtigten Osteraufstand von 1916 führte, in dessen Folge die Briten schließlich aus Irland vertrieben wurden.

Heute dient das Gefängnis als beeindruckendes und sehr realitätsnahes Museum mit garantiertem Gänsehauteffekt. Die Museumstour beginnt in der kleinen Gefängniskapelle, wo eine audiovisuelle Show den Besuchern die Geschichte dieses Ortes nahe bringt. Man erfährt auch viel über Einzelschicksale, die das Elend dieses Gefängnisses noch plastischer und emotionaler werden lassen. Im Hof markieren zwei schlichte Holzkreuze die ehemaligen Hinrichtungsstätten. Im Anschluss an die Führung bietet das Museum noch interessante Informationen über das Kilmainham Jail, seine berühmten Insassen und den irischen Freiheitskampf.