Pubs
Das Pub, eine Abkürzung von public house, spielt eine große Rolle im irischen Leben, wovon nicht zuletzt die etwa 800 Kneipen in und außerhalb der irischen Metropole Zeugnis ablegen. Selbst wenn die legendäre Trinkfreudigkeit der Iren etwas übertrieben wird, so gibt im Durchschnitt jeder Einwohner von Dublin jährlich etwa 760 Euro für Whiskey, Guinness oder Lager aus. Ein Pub ist nichts für Eigenbrötler - hier sitzt oder steht man in Gruppen zusammen und bei Platznot können die Gläser auf den dafür vorgesehen Simsen an den Wänden abgestellt werden. Irische Pubs sind gemütlich, laut und seit 2004 nicht mehr verräuchert. Die Einrichtung besteht meist aus gepolsterten Bänken, Hockern und niedrigen Tischen an den Wänden.
Die Theke ist ein begehrter Platz; man sitzt dort im wahrsten Sinne des Wortes an der Quelle. Zur Ausstattung eines Pubs gehören ein Dartspiel und häufig auch ein Billardtisch untrennbar dazu. In irgendeiner Ecke flimmert ein Fernseher rund um die Uhr vor sich hin, oft ist er sehr leise gestellt und kein Mensch schaut hin. Die Pubs in Irland haben noch eine Besonderheit aufzuweisen, die sogenannten Snugs. Diese zumeist winzigen Kammern an den Enden der Theken waren viele Jahrzehnte lang den Frauen und Priestern vorbehalten, denen es verboten war, in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Die "Einzelsäuferkojen", wie sie von Heinrich Böll in seinem "Irischen Tagebuch" treffend beschrieben werden, ließen sich nur vom Tresen aus mit einem Hebel öffnen. Wollte der Priester oder die Lady aus dem "Chambre separée" entlassen werden, mussten sie sich beim Wirt mit Klopfzeichen bemerkbar machen. Heute sind die Snugs überflüssig geworden, da die Gleichberechtigung der Frauen inzwischen auch an der Theke angelangt ist.