St. Patrick's Cathedral
Die mächtige Kathedrale im Herzen des alten Dublin steht angeblich genau auf der Stelle, an der der heilige Patrick die zum Christentum bekehrten Iren taufte. Wie ihr Pendant, die Christ Church Cathedral, wurde auch diese Kirche auf sumpfigem Untergrund errichtet und lag damals vor den Mauern der Stadt. Allzu
gründliche Renovierungen zwischen 1864 bis 1869 ließen von der ursprünglich im 11. Jahrhundert gegründeten Kirche nicht viel übrig. Allein der im 14. Jahrhundert errichtete Turm an der Nordwestecke der Kathedrale legt noch Zeugnis von der ehemals wuchtigen und schmucklosen Bauweise dieser Zeit ab. Auch diese Kirche stürzte wegen ihrer nachgiebigen Bodenverhältnisse ein und wurde auf vielerlei Weise genutzt, sogar als Pferdestall.
Viele Gräber und Grabmale machen einen Rundgang durch das Innere der Kathedrale zu einem Spaziergang durch Irlands Geschichte und Kultur. So erfährt man, dass unter zwei Messingplatten der Schriftsteller Jonathan Swift und seine langjährige Geliebte Esther Johnson begraben liegen. Von Swifts anderer Geliebten, die ebenfalls Esther hieß und deren Beziehung Swift streng geheimgehalten hatte, ist in dieser Kirche nichts zu sehen. Das ursprünglich neben dem Altar aufgestellte protzige Boyle-Monument wurde 1632 von Richard Boyle, Earl of Cork als Erinnerung an seine verstorbene Ehefrau Catherine errichtet, die ihm sage und schreibe 15 Kinder geboren hatte. Dem damaligen englischen Statthalter behagte der Standort jedoch nicht, da er auf keinen Fall vor einem Menschen aus Cork niederknien wollte - und er ließ es verlegen. In einem Bücherschrank im nördlichen Querschiff wird die Totenmaske von Jonathan Swift aufbewahrt, daneben stehen sein Kirchenstuhl und die Kanzel, von der herab der satirische Schriftsteller in seiner Funktion als Dekan predigte. Auch der kleine Park an der St. Patrick's Kathedrale lohnt einen Besuch: Da, wo sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch ein Elendsviertel befand, kann man sich anhand der 12 Gedenktafeln für irische Schriftsteller auf einen Streifzug durch die Literatur des Landes begeben.